Zu den bundesweiten Anti-Kriegs-Demonstrationen “Gegen den türkischen Angriffskrieg in Nord-Syrien Solidarität mit Rojava” am 19. Oktober 2019 haben wir ein Flugblatt verfasst: Kein Frieden unter dieser Nummer!

Nächster Diskussionstermin:

Zu den Wahlerfolgen der AfD und warum Demokraten mit Argumenten nicht gegen sie ankommen:
Was macht die Rechten so attraktiv?


Mit der AfD ist erstmals nach 1945 eine Partei rechts von der CSU in
allen deutschen Länderparlamenten und im Deutschen Bundestag vertreten.
Ihr ist es gelungen, was vor ihr schon die NPD, Republikaner, DVU und
die PRO-Parteien erfolglos versucht haben. Dabei fällt auf: Immer wieder
finden hierzulande Parteien Zulauf, die mit ihren Aussagen klar rechts
vom demokratischen Mainstream stehen. Sie rufen nach einem starken
Staat, der sein Gewaltmonopol konsequenter anwenden soll. Sie
kritisieren die Regierenden als Volksverräter und fordern eine härtere
Drangsalierung von Ausländern, insbesondere Flüchtlingen. Damit punkten
sie beim Wahlvolk nicht nur im Osten, sondern auch hier im Ruhrgebiet
immer mehr. So sehr, dass die Gewerkschaften sich schon einem besonderen Problem gegenübersehen: Immer mehr AfD-Wähler in ihren eigenen Reihen.

Dass immer mehr Leute in abgehängten, „prekarisierten“ Verhältnissen
leben und mit den verschiedenen Formen von Armut zu kämpfen haben:
Niedriglöhne, unbezahlbare Mieten, Kinder- und Altersarmut und dass
Linke oder Gewerkschaften dafür wie immer Besserung versprechen, hilft
ihnen wenig: Linkspartei und Gewerkschaften kommen nicht von der Stelle
bzw. kämpfen eher gegen weiteren Niedergang – die Rechten dagegen legen
einen scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg hin. Das verlangt nach einer
Erklärung.

Pädagogen und Wissenschaftler im freiwilligen oder bezahlten Dienst der
deutschen Demokratie erklären die Wahlerfolge der neuen Rechten gerne
mit der Herkunft der Wähler („Ostdeutschland“, „Ruhrgebiet“), ihrer
sozialen Lage („prekär“) oder mangelnder Auffassungsgabe („einfache
Erklärungen“) – als seien all das für sie im Grunde genommen
verständliche, sprich gute Argumente, AfD zu wählen. Implizit werfen sie
den etablierten Parteien dabei vor, diese Wähler nicht gut genug
mitzunehmen bei all den Zumutungen, die die „alternativlosen“ Sachzwänge des Regierens nun mal gebieten („Politikverdrossenheit“, „mangelnde Glaubwürdigkeit“ etc.)

Wir wollen dagegen zeigen,
• dass die neuen Rechten das hausgemachte Produkt der deutschen
Demokratie und ihrer Wahlkämpfe, nämlich enttäuschte Demokraten sind;
• worin und wovon diese Leute enttäuscht sind;
• welches Gegenprogramm die neuen Rechten für sie in petto haben und
warum dieses Anklang bei den Leuten findet.

Der Termin findet statt am Mittwoch, den 06.11.2019, um 19:00 Uhr
im Bahnhof Langendreer, Raum 6 (über dem Kino Endstation)