Selbstverständnis

Die Gruppe K hält…

• das bunte Nebeneinander von Armut und Reichtum;

• das „Lebensrisiko“ Arbeitslosigkeit als Alternative zu einem Arbeitsleben, das bekanntlich nicht jene reich machen soll, die schon über den Besitz eines Arbeitsplatzes froh sein dürfen;

• den munteren Wettbewerb „um Arbeit“ und die dazu passenden Konkurrenztechniken gegenüber Vorgesetzten und Mitbewerbern;

• die dazu passenden Nebenwirkungen von Bluthochdruck über Schlafstörung bis zu Burnout und Herzinfarkt,

• die Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen als kapitalistisches Geschäftsmittel, so dass die Leute an sog. „Zivilisationskrankheiten“ herumkrebsen und Lebensmittelskandale einfach dazu gehören;

• ein Privatleben, das durch Miete- und Steuerzahlen, Einkaufen und familiäre Verpflichtungen mehr den Interessen von Hauseigentümern, Einzelhandel, Arbeitgebern und der „öffentlichen Hand“ als dem eigenen Wohlbefinden dient;

• Zeitgenossen, die trotz allem an ihre Eigenverantwortung glauben und der Unerfüllbarkeit ihrer Verpflichtungen mit Vorwürfen gegen sich und ihre Lieben begegnen, bis sie sich schließlich – natürlich ärztlich attestiert – zu nicht geringen Teilen für geistig unzurechnungsfähig erklären;

• die Notwendigkeit von ziemlich viel Staatsgewalt und Rüstung, um diese schöne Ordnung der Gesellschaft im Innern gegen ihre ach so egoistischen Mitglieder sowie nach Außen gegen ganz ähnlich verfasste Gemeinwesen, die aber böse sind, zu verteidigen,

• zu alledem ein kongeniales geistiges Leben, das entweder gleich zu spirituellem Wunderglauben, Selbstlosigkeit, Heimatliebe und Hass auf „die Anderen“ oder zu kritischer Anteilnahme an den Problemen „unserer Gesellschaft“, „unserer Wirtschaft“ und „unserer Politik“ auffordert, nicht ohne zu betonen, dass es sich bei Marktwirtschaft und Demokratie fraglos um die einzig menschengemäße Lebensform handelt,

• dann eine Wissenschaft, die sich im Dienste dieser Gesellschaft um die Verbesserung ihrer ökonomischen, militärischen, rechtlichen und medizinischen Grundlagen oder aber um den Nachweis bemüht, dass dies alles nicht das Resultat einer Staatsgewalt und ihrer brutalen Wirtschaftsweise ist, sondern sich beinahe unbegreiflichen, jedenfalls hochkomplexen Strukturen und Prozessen verdankt,

• und schließlich auch noch Weltwirtschaftskrisen, Hungerkatastrophen, Weltordnungskriege und die dazu passende, nicht enden wollende Pressehetze,

weder für natürlich, noch für menschengemäß oder unabänderlich,

und auch nicht für akzeptabel, nur weil es im Rest der Welt nicht gemütlicher zugeht!

Die Gruppe K wendet sich auch gegen den Dogmatismus, demzufolge Kritik stets konstruktiv zu sein hat; soziale und politische Unzufriedenheit sich also darauf verpflichten lassen muss, die herrschende Ordnung zu verbessern. Statt Parteinahme für die Gegenstände der eigenen Kritik – also Forderungen nach einer besseren Bildungs-, Sozial- oder Wirtschaftspolitik, besserem Unternehmensmanagement etc. pp. – halten wir es für durchaus denkbar, dass die oben genannten Umstände notwendige und fest einkalkulierte Konsequenzen dieser Wirtschaftsordnung, des Kapitalismus und dieses Staates, der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Verbündeten sind. Um hier Klarheit zu schaffen, halten wir die unvoreingenommene Analyse und Kritik für notwendig.

Nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten will die Gruppe K,

• die Selbstverständlichkeit der herrschenden Zustände erschüttern,

• die Misere, mit der wir es in diesem Land zu tun kriegen, analysieren,

• und die Initiativen gegen Kapital und Nation vorantreiben.