Die EU wird in der deutschen Öffentlichkeit gerne als die Überwindung von nationalem Egoismus und als geradezu einzigartiges Projekt von Friedenssicherung und Völkerfreundschaft gepriesen. Frage: Wie schaut diese Völkerfreundschaft in den letzten Wochen aus, wo ein neuartiges Virus grassiert und den europäischen Völkern ziemlich zu schaffen macht? 

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Europa gut, Trump böse?

Für deutsche Journalisten und deutsche Politiker steht fest, dass Trump ein durchgedrehter und egomanischer Störenfried ist, der mit seinen Alleingängen die Weltordnung in Frage stellt, während Europa um Vernunft, Frieden und Freihandel ringt. So sollen “wir Bürger” die Weltlage natürlich auch sehen. Aber stimmt das auch?

Wenn man der vorherrschenden Sichtweise glaubt, dann will Trump aus persönlicher Geltungssucht und um wiedergewählt zu werden, der Welt einen Handelskrieg aufzwingen, während die weltweiten Geschäfte ohne ihn eigentlich zur allgemeinen Zufriedenheit und zum allgemeinen Wohlstand auch auf der anderen Seite des Atlantiks weiter laufen könnten. Einen systematischen Grund für Handelskonflikte, -krisen und -kriege zwischen den Wirtschaftsblöcken können die Zuständigen jedenfalls nicht entdecken…

“Europa” tritt nach deutscher Lesart “geeint” für lauter unbestreitbar gute Werte ein und will für eine friedlichere Welt sorgen – ein Vorhaben, das nun gewissermaßen aus heiterem Himmel von einem amerikanischen Rechtspopulisten gestört wird…

Angesichts dieser nicht ganz so einsichtigen Darstellungen der Presse drängen sich die Folgenden Fragen auf, die wir diskutieren wollen:

  • Was ist dran an der Vorstellung eines internationalen Freihandels zum Wohle aller versus nationalem Protektionismus, bei dem angeblich alle verlieren?
  • Was stört Donald Trump eigentlich an den deutschen Exporterfolgen?
  • Hat Trump recht mit der Feststellung, Europa sei nicht (mehr) engster Verbündeter, sondern Konkurrent der USA?

Diskussionstermin
Mittwoch, 08. August um 19.00h im Bahnhof Langendreer, Raum 6

Die Briten haben per Volksentscheid die EU abgewählt. Seit Tagen beherrscht dieses Thema die Nachrichten und wir alle sollen uns fragen, wie „es“ jetzt weitergehen soll.

• Reichen die Briten den „Scheidungsbrief“ jetzt ein – oder schrecken sie vor den Konsequenzen des Referendums, das sie selbst angeordnet haben, zurück?
• Muss das Referendum wiederholt werden, weil die Jugend für den Verbleib gestimmt hat und die Alten ja schon bald tot sind?
• Löst sich das „Vereinigte Königreich“ jetzt in seine Einzelteile auf, weil die Schotten und Nordiren bei der EU bleiben wollen?
• Kann die EU einen Austritt Großbritanniens verkraften?
• Was heißt das für die deutschen Unternehmen und ihren Export?
• Ist Merkel jetzt am Ende?
Undsoweiter undsofort.

In der ganzen Aufregung geht völlig unter, was denn da weitergehen soll. Woraus treten die Briten denn eigentlich aus? Stets wird beschworen, dass die EU ein tolles Projekt ist, das nach Jahrhunderten von Kriegen endlich den Frieden nach Europa bringt. Wer kann denn dagegen sein?

Inzwischen gibt es in jedem EU-Land so genannte Rechts-Populisten, die gegen den Euro oder sogar die EU kämpfen. Diese Parteien sind überall auf dem Vormarsch und kündigen nach dem Erfolg des „Brexit“ ähnliches für ihre Länder an. Sind „zuviel Bürokratie in Brüssel“ und „europäische Armutsmigration“ bzw. die neue deutsche Flüchtlingspolitik wirklich die Streitpunkte, um die es dabei geht?

Wir wollen klären
• was die EU eigentlich ist
• was die Rechtspopulisten an ihr stört
• warum die Briten ein Referendum angesetzt haben und mit dem Ergebnis nicht glücklich sind